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Dresden

So ging es nach 1813 in Dresden weiter

Die Schlacht um Bautzen war geschlagen und unsere Schleifmühle an der Spree war abgebrannt. Gottlieb Daniel RIEDEL war 26 Jahre alt, seine Frau Johanna Christina, geborene HÖRENZ war 19 und ihr Sohn Johann Karl Herrmann RIEDEL gerade 6 Monate alt. Nun war guter Rat teuer. Die Familie entschloss sich Bautzen, nach so vielen Generationen der Schleifer an der Spree, den Rücken zu kehren. Im Dresdner Adress-Kalender von 1831, auf der Seite 219 finden wir die Adresse von, hier als Gottlob RIEDEL genannten Schleifer, unter der Adresse in Dresden Neustadt am Markt Hausnummer 213. Die Augustusbrücke verbindet die innere Altstadt mit der inneren Neustadt. Auf der Seite der Altstadt befindet sich am Schloßplatz das Residenzschloss, daneben die Brühlsche Terrasse, dahinter die Frauenkirche. Auf der anderen Seite der Theaterplatz mit der Semperoper und dahinter der Zwinger. Kommt man über die Augustusbrücke in die innere Neustadt sieht man heute am Neustädter Markt zuerst den Goldenen Reiter. Dahinter geht es durch die Hauptstraße in Richtung Albertplatz. Ziemlich parallel dazu verläuft die Königstraße mit der Dreikönigskirche. Gottlieb begann sein Schaffen als letzter Messerschleifer in Dresden am Neustädter Markt. Auf Grund des Alters der Familienmitglieder vermute ich, dass Joh. Karl Herrmann der Erstgeborene war. Ob er Geschwister hatte, kann momentan nicht beantwortet werden. Am Donnerstag den 12. Mai 1881 war im Dresdner Anzeige folgende Todesnachricht zu lesen: Am Jubilate - Sonntag den 8. Mai, schloß ein Mann die Augen zur ewigen Ruh, welcher vielen Dresdnern in einer beinahe 37 jährigen Amtstätigkeit bekannt geworden, besonders aber unseren Mitbürgern in Dresden-Neustadt über 29 Jahre lang als Seelsorger in der 'Dreikönigskirche' in Freud und Leid zur Seite gestanden hat. Herr Archidiakonus Johann Karl Hermann RIEDELwar der Sohn eines Schleifermeisters in Bautzen und geboren am 1. November 1812, ein Jahr alt kam er mit seinen Eltern nach Dresden, da diese das Missgeschick betroffen hatte, in der Schlacht bei Bautzen ihre Schleifmühle durch Einäscherung zu verlieren. Mit großen Opfern wurde es möglich den strebsamen, fleißigen Sohn die 'Kreuzschule' und die Universität absolvieren zu lassen. Als Hauslehrer bei dem nachmaligen Justizminister Dr. von BEHR, dann beim Bankier MEUSEL studierte der junge Theologe fleißig weiter und erlangte 1844 die Ordination als Catachet am Ehrlichschem Gestift, 1849 die Predigerstelle im Stadtkrankenhaus und 1852 die Anstellung als Diakonus an der 'Dreikönigskirche' in Dresden-Neustadt, wo es ihm am 25. März 1877 vergönnt war, als Archidiakonus sein 25jähriges Jubiläum zu feiern. Gern würde er diesen die dreißigjährige Feier seiner Amtstatigkeit hinzugefügt haben, wenn ihm nicht, außer der ihm schon früher betroffenen, bedeutenden Gesichtsschwäche, körperliches Leiden hieran verhindert und sein Tod bereits im 69. Jahre veranlasst hätten. Mit großer Überwindung der körperlichen Schwäche gab er noch den letzten Konfirmationsunterricht, leider ohne diesem die Einsegnung hinzufügen zu können, da schweres Leiden ihn an das Krankenbett fesselten, von welchem ihm nun der Tod erlöste.Außer seinen vielseitigen Verdiensten als Seelsorger, ist seine Tätigkeit als Direktorialmitglied (anfangs auch als Lehrer) und Schulvorsteher des so segensreichen wirkenden, ihn zu seinen Mitbegründern zählenden Vereins zum Frauen-schutz rührend zu erwähnen, bei dessen Dreißigjährigen Stiftungsfeier ihm von seiner Majestät, dem König, das Ritterkreuz I. Klasse das Albrechtsordens verliehen, ihm auch um seiner Wirksamkeit in den Kriegsjahren 1870/71 Willen, das Verdienstkreuz zu Teil wurde.Aus seiner ersten Ehe mit der Tochter des Pastor ZSCHEILE hinterließ der Verblichene 5 Kinder; 2 Töchter teilten sich mit der zweiten, ihm 1862 angetrauten Gattin (Tochter des Bürgermeisters KÖNIG in Bischofswerda) in seine Pflege. Eine dritte Tochter ist verheiratet, ein Sohn als Königlich Sächsischer Steuerbeamter beim Hauptzollamt in Hamburg, der Andere Geschäftsinhaber in Chemnitz.Vielgeliebt und allgemein betrauert, schlummert der Verblichene, unter Palmenflor, welches ihm die Herren Kollegen und einzelne, näherstehende Freunde, trotz abgelehnten Blumenschmucks verehrten, der Ewigkeit entgegen. Das Begräbnis war, dem Wünsche des Verschiedenen entsprechend, durchaus einfach und fand in den Nachmittag-stunden des heutigen Tages statt. Trotzdem war der Trauercontuct der zahlreichen Teilnehmer wegen, ein Imposanter zu nennen. Deshalb bewegte sich von Trauerhaus hinaus, nach dem inneren Friedhof auf den Scheunenhöfen nach der dort befindlichen Familiengrabstätte im ersten Lande. Voran Schritten hinter einer riesigen Fächerpalme, unter Führung ihres Direktors die Zöglinge des Frauenschutzes in Trauerkleidung, hinter dem nun folgenden Leichenwagen der Gesellschaft "Heimkehr" Schritten die fünf Parochialgeistlichen und in deren Mitte Herr Superintendent Consitorialrat Dr. FRANZ. Den geistlichen Herren folgten zunächst die leidtragenden Verwandten und an diese schloß sich ein langer Zug leidtragender Freunde des Verstorbenen. Wir bemerkten in dem selbigen sämtliche vom Amte abkömmliche Geistige der Dresdner protestantischen Kirche, einige höhere Offiziere, unter anderem die Herren Oberst KLEMM, Oberst von WURMB und geheimer Kriegsrat TEUCHER, auswärtige Amtsbrüder und Studiengenossen des Verblichenen, Räte und Stadtverordnete von Dresden, Direktoren und Lehrer hiesiger Lehr- und Erziehungsanstalten, die Mitglieder des Kirchen-vorstandes, der Armenpflegerschaft und unzählige Porichianer (zum Kirchenspiel gehörige). An der Kirchenpforte empfing der Kirchenchor den Sarg und begleitete unter den Klängen des Chorals "Jesu meine Zuversicht" voranschreitend, die sterbliche Hülle zur Gruft, an welcher auch Damen des Frauenschutzes Aufstellung genommen hatten. Die Neustädter Lehrerschaft sang, nachdem der Sarg abgesetzt worden, den Lieblingschoral des Entschlafenen, bei welchem die Einsenkung erfolgte. Herr Diakonus STEINBACH, Beichtvater des verstorbenen Amtsbruders, welcher bereits im Sterbehaus bei den Schlußworten: "Hab gut Nacht, der Tag war schwül, im Erdgewühl, hab gut Nacht, im Grab ist's kühl" zugegen war, nahm zuerst das Wort und hielt in wahrhaft ergreifender Weise dem vollendeten Diener des Herrn, dem unverdrossenen, allzeit dienstbereiten, friedfertigen, lieb- und hilfreichen, gewissenhaften Amtsbruder eine von Liebe und Herzlichkeit getragene Parentation. (das heißt die Einschaltung)Der zweite Redner, Superintendent Dr. FRANZ brachte dem treu erfundenen geistlichen Seelenhirten das Zeugnis freudiger, getreuer Pflichterfüllung dar. Herr Rechtsanwalt HÄHNEL, stellv. Vorsitzender des Kirchenvorstandes, sprach namens des Letzteren, wie überhaupt namens der Kirchgemeinde, dem Entschlafenen innigen Dank und aufrichtige Anerkennung aus, namens des Frauenschutzes legten unter anerkennenden Worten der überaus erfolgreichen Wirksamkeit des Heimgegangenen, der Herr Obers SCHURIG und Direktor MEHLHOSE zwei Lorbeerkränze in die Gruft. Zuletzt sprach Herr Pastor SCHULZE das Gebet und empfahl dem verblichenen Amtsbruder im Jenseits der Gnade des Höchsten. Chorgesang beschloss die Trauerfeierlichkeiten, an welcher eine nach tausenden zählenden Menschenmenge innigen Anteil genommen hatten.


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